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Hotel Schiefes Haus

Laut Guinness Buch der Rekorde befindet sich das wohl schiefste Hotel in Ulm. Denn die Sehenswürdigkeit Schiefes Haus in Ulm wurde nach seiner Restaurierung 1995 zu einem Hotel umgebaut. Doch woher hat dieses Haus seine Schieflage und wie wohnt es sich überhaupt darin.

Schiefes Haus liegt direkt über und an der Blau
Da das Haus direkt an die Blau, den Ulm durchquerenden Fluss, gebaut wurde hat es sich aufgrund von Unterspülungen abgeneigt. Bereits wohl im Jahr 1404 stand an dieser Stelle der Grundriss des Schiefen Hauses, es war damals jedoch nur ein kleines Fachwerkhaus. Diverse Umbauten, Aufbauten und Ausbauten führten es zu der Größe mit nunmehr fünf Stockwerken, die dieses Haus heute besitzt. Das es so eine extreme Schieflage entwickelt hat, liegt wohl an der schräg unterstrebten Verkragung, die weit über die Blau im Jahr 1443 gebaut wurde. Aus diesem Grund musste das Schiefe Haus bereits im Jahr 1620 stabilisiert werden. Heute weist es jedoch immer noch eine Neigung von 9 bis 10° auf.

Schiefes Haus sollte den Fischern Schutz bieten
Die Schieflage des Hauses wurde beim Bau extra so konzipiert, dass das Haus ab dem ersten Stockwerk über die Blau ragte und somit die Boote geschützt anlegen konnten. Der Keller diente den Fischern als Raum, in dem sie ihre Netze flicken konnten, dank einer natürlichen Frischwasserzufuhr wurden hier auch Fischkammern angelegt. Wegen der direkten Nähe zum Wasser, senkte sich das Schiefe Haus immer weiter in Richtung Fluss, so dass es Anfang des 17. Jahrhunderts gestützt werden musste. Bekannt wurde das Haus aber auch vor allem durch die Witwe des Schneiders von Ulm, die hier ihren Lebensabend verbrachte.

Hotel "Schiefes Haus" Mittelpunkt in Ulm
Im Rahmen der umfangreichen Renovierungsmaßnahmen wurde das Haus so gestützt, dass es seine Neigung behalten konnte. So haben Hotelgäste immer noch das Vergnügen, in schiefen Zimmern zu wohnen, denn hier ist ein Unterschied des Bodens von der einen bis zur anderen Seite eines Raumes von etwa 40 cm zu erkennen und zu fühlen. Doch schlafen muss hier keiner in Schräglage, die Betten wurden so im Raum aufgestellt, dass sie gerade stehen. Hiervon können sich die Besucher auch selbst überzeugen dank der an den Betten angebrachten Wasserwaagen.

Die Vergangenheit erfahren im Hotel "Schiefes Haus"
Wer einmal in die Vergangenheit zurückgehen möchte, wissen möchte, wie sich die Witwe des berühmten Schneiders von Ulm in diesem Haus gefühlt haben mag, der sollte hier einen Besuch in dem fast 600 Jahre alten Haus einplanen. Das Hotel "Schiefes Haus" steht hierfür mit vielen liebevoll ausgestatteten Zimmern und professionell eingerichteten Tagungsräumen jederzeit zur Verfügung. Da das Hotel mitten im alten Fischerviertel liegt, ist es auch nicht weit, um weitere Ulmer Sehenswürdigkeiten besuchen zu können und vor allem auch die Stadt zu erkunden.